Auflösung der Gesellschaft

Sehr geehrte Mitglieder der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung e.V. und sehr geehrte Interessierte,

die Mitglieder der GFPF haben auf ihrer letzten Versammlung am 28. Juni 2019 auf Antrag des Vorstandes einstimmig die Auflösung der Gesellschaft beschlossen. Ihren 70 Geburtstag, wird die im Jahr 1950 als „Gesellschaft zur Förderung pädagogischer Tatsachenforschung und weiterführender pädagogischer Studien“ im Zusammenhang mit der Entstehung der damaligen „Hochschule für internationale Pädagogische Forschung (HIPF)“ – dem heutigen DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation – gegründete Gesellschaft daher im kommenden Jahr leider nicht mehr erleben.

Aufgrund der Entwicklungen in den letzten drei Jahren hat der Vorstand der GFPF keine andere Möglichkeit gesehen, diesen für alle Mitglieder schmerzlichen Schritt zu gehen. Zwar ist es in dieser Zeit gelungen, insbesondere aufgrund des unermüdlichen Engagement des früheren Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Hermann Avenarius, die innere Struktur der Gesellschaft über eine Bereinigung der Satzung zu konsolidieren und die Finanzen der Gesellschaft zu ordnen sowie auf gesunde Beine zu stellen. Die letzte von der GFPF organisierte Tagung fand allerdings im November 2017 statt. 2018 ist es nicht gelungen, eine Tagung zu organisieren. Tagungsprojekte, die für 2019 angedacht und im Vorstand diskutiert worden sind, konnten nicht realisiert werden. Nachdem bereits im Juni 2016 die Krise der GFPF öffentlich gemacht und auf der damaligen Mitgliederversammlung über ihre Auflösung diskutiert worden ist, mussten die Mitglieder des Vorstands anerkennen, dass signifikante Änderungen im positiven Sinne nicht eingetreten sind.

Das liegt zunächst daran, dass die zeitlichen und sonstigen Ressourcen, derer es zum Beispiel für die satzungsmäßig vorgesehene Durchführung von Tagungen bedarf, bei allen Beteiligten begrenzt sind. Ursächlich dafür sind nicht zuletzt veränderte Berufsbedingungen und Karriereverläufen, die in der Wissenschaft beispielsweise durch zeitlich eng befristete Aufenthalte an einzelnen Forschungseinrichtungen, gestiegene Anforderungen durch persönliche Qualifikationsarbeiten und einen erhöhten Publikationsdruck geprägt sind.

Hinzu kommt die grundsätzliche Frage, welche Sinnhaftigkeit sowie Tragfähigkeit einer Mitgliedergesellschaft an der Grenze zwischen Bildungspraxis, Bildungsverwaltung und Bildungsforschung heute noch zukommt. Neue Kommunikations- und Organisationsformen, die Bildung von Netzwerken und eine Vielzahl von Akteuren, die im Bereich des Dialogs von Praxis und Wissenschaft tätig sind, begründen diesbezüglich erhebliche Zweifel. Ferner mussten wir – auch durch die Erfahrungen bei den letzten Mitgliederversammlungen der GFPF – feststellen, dass die Bindungsfähigkeit von eingetragenen Vereinen offensichtlich stark im Schwinden begriffen ist.

Nach intensiven Diskussionen sahen daher weder die Mitglieder des Vorstandes noch die sehr wenigen bei den letzten beiden Mitgliederversammlungen anwesenden Mitglieder eine trag- und zukunftsfähige Alternative zur Auflösung der GFPF. Die Gesellschaft gewissermaßen „ruhen“ zu lassen und auf Veränderungen in einer nicht absehbaren Zukunft zu vertrauen, erscheint uns nicht aufrichtig und der GFPF gegenüber auch nicht würdig. Alle Beteiligten haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, hat die GFPF doch über mehrere Jahrzehnte das Bildungsgeschehen insbesondere in Hessen und in Rheinland-Pfalz, mitgeprägt.

Der Vorstand

Protokoll der Mitgliederversammlung am 28.6.2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s