Die GFPF ist umgezogen!

Der Sitz der GFPF ist mitsamt des neubenannten „DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation“ von der Schloßstraße in Frankfurt Bockenheim erfolgreich auf den neuen Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität umgezogen.

Ab November lautet die neue Adresse deshalb: Rostockerstraße 6, 60323 Frankfurt am Main.

Weitere Informationen – von der Grundsteinlegung bis zum Einzug des neuen DIPF-Gebäudes – finden Sie unter: https://www.dipf.de/de/institut/das-dipf/dipf-neubau/dipf-neubau

Neujahrs-Interview

Drei Fragen an den neuen Präsidenten der GFPF, Professor Felix Hanschmann (Humboldt-Universität zu Berlin)

  1. Herr Professor Hanschmann, wie kommt es, dass sich ein Jurist für die pädagogische Forschung interessiert?

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Mein Interesse an der pädagogischen Forschung hat sich – abgesehen davon, dass ich drei Kinder im schulpflichtigen Alter habe – über die Beschäftigung mit schulrechtlichen Fragen entwickelt. Insbesondere bei der Arbeit an meiner Habilitationsschrift, die sich mit dem im Grundgesetz normierten staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag beschäftigt, habe ich bereits in einem sehr frühen Stadium gemerkt, dass schulrechtliche Fragestellungen angemessen nur unter Einbeziehung erziehungswissenschaftlicher Forschung behandelt werden können. Das gilt etwa für die Frage nach der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit einer gebundenen Ganztagsschule, die einfachgesetzliche Festlegung der Sprengelpflicht im Primarbereich, die Einführung bundesweiter Bildungsstandards mit einem korrespondierenden Testinstrumentarium oder die in den Schulgesetzen der Länder propagierte Teilselbständigkeit der Schule. Glücklicherweise hat mir dann Hermann Avenarius, der später dann einer meiner Habilitationsväter wurde, die Türen zum Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt geöffnet und mir dadurch einen Dialog mit Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftlern ermöglicht, der über das Lesen erziehungswissenschaftlicher Arbeiten hinausgeht.

  1. Wie sehen Sie die Verbindung zwischen pädagogischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung und welche Rolle kann die GFPF in diesem Zusammenhang spielen?

Dazu ist aus meiner Sicht zunächst einmal festzustellen, dass sowohl in der schulischen Praxis als auch auf Seiten der wissenschaftlichen Akteure ein nicht oder jedenfalls kaum stattfindender Austausch beklagt wird. Das führt dazu, dass die vielfältigen Ergebnisse und Erkenntnisse der derzeit vorwiegend empirischen Bildungsforschung in der Praxis nicht ankommen und dort nicht wirksam werden können. Einerseits werden die Probleme und Nöte von Praktikerinnen und Praktikern von der Wissenschaft nicht immer aufgegriffen. Auch haben die in der Praxis Tätigen häufig keinen Eindruck davon, ob und wie die in der Wissenschaft geleistete Bildungsforschung für ihre pädagogische Arbeit und die Entwicklung der Schulen relevant sein könnten. Andererseits interessiert sich die Forschung aber auch nur eingeschränkt dafür, ob und wie die von ihr produzierten Erkenntnisse in die schulische Praxis einfließen. Insofern laufen Forschung und Praxis meinem Eindruck nach oft nebeneinander her. Daraus ergeben sich die Fragen, in welcher Weise Forschungsergebnisse in die Praxis gelangen und dort fruchtbar gemacht und wie Perspektiven, Problemformulierungen und Forderungen von der Praxis an die Bildungsforschung adressiert werden können. Genau an diesem Punkt der engeren Kopplung zwischen Forschung und Praxis sehe ich eine wichtige Funktion der Rolle und der Arbeit der GFPF, die sich in ihrer inhaltlichen Aufgabenbeschreibung und ihrer konkreten Tätigkeiten hieran ausrichten muss.

  1. Was sind denn konkret Ihre Vorstellungen hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung der Gesellschaft zur Förderung der pädagogischen Forschung?

Nachdem sich die Gesellschaft in den letzten Monaten vor allem auch dank der Arbeit meines Vorgängers im Amts des Präsidenten personell, organisatorisch und finanziell konsolidiert und insbesondere im Vorstand eine Verjüngung stattgefunden hat, sehe ich für die Zukunft drei wesentliche Herausforderungen: Erstens sollte die GFPF eine aktive Rolle bei der bereits angesprochenen Verzahnung zwischen der pädagogischen Praxis und der erziehungswissenschaftlichen Forschung einnehmen. Das kann die Gesellschaft leisten, indem die schulische Praxis betreffende Fragen über die Kommunikation – und natürlich auch die Zusammensetzung der GFPF – mit Praktikerinnen und Praktikern aufgegriffen, formuliert sowie in Gestalt vor allem von regelmäßig durchgeführten Tagungen thematisiert und diskutiert werden. Durch das Veranstalten von Fachtagungen sehe ich, nebenbei bemerkt, zugleich die Chance, neue Mitglieder, die an einem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis interessiert sind und sich hiervon eine gegenseitige Befruchtung erwarten, zu gewinnen. Zweitens gilt es meines Erachtens die in der Vergangenheit überaus erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der GFPF und dem DIPF in der Zukunft fortzusetzen, zugleich aber auch weitere geeignete Kooperationspartner aus der Bildungsforschung, der Bildungsverwaltung oder anderen gesellschaftlichen Bereichen für gemeinsame Veranstaltungen zu finden. Drittens gilt es zu überlegen, ob das Betätigungsfeld der GFPF punktuell nicht in regionaler Hinsicht ausgedehnt werden sollte. Geographisch ist die Gesellschaft traditionell auf Hessen und Rheinland-Pfalz fokussiert. Mit punktuell meine ich, dass man je nach den auf Tagungen zu diskutierenden Themen überlegen könnte, welche Bundesländer in besonderer Weise von dem jeweiligen Thema betroffen sind. Wenn die GFPF beispielsweise eine Fachtagung zur Frage nach dem Verhältnis zwischen dem staatlichen Schulsystem und Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften veranstaltet, könnte etwa überlegt werden, ob man nicht Vertreterinnen und Vertreter aus Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen einlädt, weil dort noch die staatliche Bekenntnisschule besteht. Oder man könnte die Erfahrungen aus einem Bundesland wie Berlin, in dem eine eher strikte Neutralität in religiös-weltanschaulicher Hinsicht praktiziert wird, mit einfließen lassen. Solche themenbezogenen Ausrichtungen scheinen mir die Vielfalt und die unterschiedlichen Erfahrungen im deutschen Schulwesen in besonderer Weise zum Ausdruck kommen und der GFPF damit eine wichtige Funktion zukommen zu lassen.

Rückblick auf die Herbsttagung: Schulen im Wettbewerb?

Am 13. 11. 2017 veranstaltete die Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF) und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) die Fachtagung zu dem Thema „Schulen im Wettbewerb? Profilbildung – hidden ranking – Chancengleichheit.“

Für alle, die die Herbsttagung in der Frankfurter Bettinaschule verpasst haben oder dort waren und noch einmal nachlesen möchten, was sich dort alles zugetragen hat, gibt es eine gute Nachricht:

Merlin Eichele hat einen Tagungsbericht verfasst, der ab sofort online abrufbar ist.

Mitgliederversammlung am 13.11.2017

Neben der Herbsttagung hat am 13.11.2017 auch eine zukunftsweisende Mitgliederversammlung stattgefunden.

Sowohl Eckhard Klieme als auch Marius Gerecht wurden in ihren Ämtern als Vizepräsident und Geschäftsführer wiedergewählt. Zudem ist der (Interims-)Präsident, Hermann Avenarius, zurückgetreten, um in diesem Amt von Felix Hanschmann beerbt zu werden, der von nun an die Umstrukturierung der GFPF federführend leiten wird.

Zu der Person Felix Hanschmanns und seinen Vorstellungen bezüglich der zukünftigen Tätigkeiten der GFPF folgt in naher Zukunft ein ausführliches Interview auf dieser Website.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung ist bereits jetzt einsehbar.

Die Kommunikation zwischen Praxis und Wissenschaft könnte besser sein!

In einem gerade erschienenen Aufsatz (Schulleitung heute, Heft 11, 2017, S. 6 f.) plädiert das GFPF-Vorstandsmitglied Jörg Schlömerkemper für eine bessere Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis und bietet sogleich Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung an. Nachlesen können Sie den Aufsatz hier.

Gerade in Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen und Chancen für eine Gesellschaft, die sich der beidseitigen Vermittlung zwischen diesen beiden Polen verschrieben hat, ist die Klärung dieser Frage gerade der archimedische Punkt, um den sich wohl alle aktuellen und zukünftigen Aktivitäten drehen werden.

Insofern an dieser Stelle die unbedingte Leseempfehlung des kurzen Beitrags sowie die Aufforderung, sich in Zukunft an der Diskussion um die Grundausrichtung der GFPF aktiv zu beteiligen!

Einladung zur Herbsttagung 2017

Die Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF) und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) laden ein zur Herbsttagung

Schulen im Wettbewerb?

Profilbildung – hidden ranking – Chancengleichheit

am Montag, dem 13. November 2017, in der Bettinaschule, Feuerbachstraße 37-47, 60325 Frankfurt am Main.

„Die Schule ist im Rahmen der staatlichen Verantwortung und der Rechts- und Verwaltungsvorschriften selbständig in der Planung und Durchführung des Unterrichts und des Schullebens, in der Erziehung sowie in der Leitung, Organisation und Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiten.“ So steht es seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts in § 127 Abs. 1 des Hessischen Schulgesetzes. Und in Absatz 2 derselben Vorschrift wird die schulische Selbständigkeit nachdrücklich bekräftigt: „Die Befugnis der Schule, Unterricht, Schulleben und Erziehung selbständig zu planen und durchzuführen, darf durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften und Anordnungen der Schulaufsicht nicht unnötig eingeschränkt werden.“

Was hat die Verselbständigung der Schulen letztlich gebracht, und wie weit nutzen die Schulen die Möglichkeit, sich ein eigenes Profil zu geben? Welche Folgen ergeben sich daraus für die Akzeptanz der Schulen in der Öffentlichkeit, in Elternschaft und Schülerklientel? Entsteht so ein Wettbewerb zwischen den Schulen? Ist ein hidden ranking die Folge?

Das sind Fragen, die im Rahmen der Herbsttagung erörtert werden sollen. Doch auch die Chancen werden thematisiert, die sich aus der Profilierung der selbständiger gewordenen Schulen ergeben. Wichtig ist überdies zu zeigen, ob und wie es Schulen gelingt, ihr Image zu verbessern und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Schließlich blicken wir über den nationalen Zaun: Wie gehen Schulen in anderen Ländern mit den ihnen eröffneten Gestaltungsmöglichkeiten um?
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine lebhafte Diskussion.

Die komplette Einladung und das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Anmeldungen zur Tagung bitte schriftlich bis zum 3.11.2017 an Beate Hillenbrand-Abrie, DIPF, Schloßstraße 29, 60486 Frankfurt am Main, möglichst per Email: kontakt@gfpf-ev.de Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Spätere Anmeldungen auf Rückfrage.

Tagungsbeitrag (vor Beginn der Veranstaltung vor Ort zu entrichten): für Mitglieder der GFPF sowie für Studierende (Ausweis) 15 €; für Nichtmitglieder 20 €. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die noch nicht Mitglied der GFPF sind, können zugleich die Mitgliedschaft erwerben; sie zahlen dann den reduzierten Tagungsbeitrag.

Wer am Mittagessen (Fleisch- oder vegetarisches Gericht – Preis: jeweils 5 Euro) teilnehmen möchte, möge das bei der Anmeldung zur Tagung unter Angabe der Speisenpräferenz mitteilen; der Essenspreis ist zusammen mit dem Tagungsbeitrag zu entrichten.

Rückblick auf die Frühjahrstagung

Für alle, die die Frühjahrstagung mit dem Thema „Sozialindizierte Lehrerzuweisung – Auf dem Weg zu einer gerechten Bildung?“ am 20.3.2017 verpasst haben oder dort waren und noch einmal nachlesen wollen, was sich dort zugetragen hat, gibt es eine gute Nachricht:

Merlin Eichele hat einen Tagungsbericht über die Fachtagung der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF) verfasst, der ab sofort online abrufbar ist.